Menschen, die auf ihrem Handy herumdrücken gehören mittlerweile zum normalen Alltagsbild. Wie immer ist der Consumer Vorreiter fürs Business, aber auch mobiles Arbeiten ist im Vormarsch. Um flexibler zu sein, Zeit zu sparen und Prozesse zu optimieren setzen viele Unternehmen auf mobiles Business: Die Studie der Unternehmensberatung Arthur D. Little und des Analysehauses Exane BNP Paribas „Mobile Internet: Blessing or Curse“ prognostiziert, dass bis 2015 mehr als 60 Prozent aller Mobilfunkkunden ein Smartphone besitzen werden. Außerdem werden 25 Prozent mobiles Breitband nutzen.
Marktforscher Gartner hat zehn mobile Technologien zusammengestellt, die in den kommenden zwei Jahren an Bedeutung gewinnen werden. Als wichtigste wird Bluetooth 3 und 4 genannt. Bis 2011 kommen Bluetooth 3 und 4 auf den Markt. Bluetooth 3 wird die Datenübertragung beschleunigen, mit Bluetooth 4 werden neue Funktionen möglich. So werden sich beispielsweise PCs automatisch sperren, wenn sich der Nutzer von ihnen entfernt. Außerdem soll Version 4 auch deutlich weniger Strom verbrauchen.
Weiter nennt Gartner das mobile Web. Bis 2011 werden mehr als 85 Prozent der verkauften Smartphones weltweit über einen Browser verfügen. Immer mehr Menschen besitzen Smartphones mit relativ großen und hochauflösenden Bildschirmen, die das Surfen komfortabler machen. Das mobile Web sollte bei keinem Unternehmen im Technologie-Portfolio fehlen. Als dritter Trend werden Mobile Widgets genannt. Widgets sind installierbare Web-Applikationen, die Technologien wie JavaScript oder HTML nutzen. Obwohl es an Standards fehlt, nützen Widgets vor allem bei Echtzeit-Updates wie dem Wetterbericht und E-Mail-Benachrichtigungen.
Bis Ende 2011 werden über 75 Prozent der in entwickelten Märkten verkauften Mobiltelefone einen GPS-Empfänger enthalten. Und natürlich wird die Verfügbarkeit von Hochgeschwindigkeits-Mobilfunknetzen weiter zunehmen. Ein weiterer Trend: Berührungsempfindliche Bildschirme sind in Zukunft die vorherrschende Art der Bedienung mobiler Geräte. Über 60 Prozent der verkauften Modelle in Westeuropa und Nordamerika werden mit einem Touchscreen ausgestattet sein.
Smartphones im Vormarsch
Auf diese Entwicklungen, die Gartner prognostiziert, verweist auch mobil-data Geschäftsführer Thomas Gruber am Mobile Working Day 2010, der am 13. April in Wien Floridsdorf stattfand. „In jeder Branche müssen heute mobile Lösungen zur Anwendung kommen, um konkurrenzfähig zu bleiben“, so Gruber und führt weiter aus: „Bis 2012 ist es in den IT-Abteilungen ganz wichtig, neue Business-Prozesse zu unterstützen, neue Produkte zu entwickeln, sich neue Services am Markt anzuschauen und diese zu implementieren – nur so kann die Konkurrenzfähigkeit verbessert werden.“
Laut mobil-data soll sich die Marktdurchdringung mit Smartphones in den nächsten vier bis fünf Jahren verdoppeln. Geräte wie Blackberry und das iPhone sind sehr starke Treiber im Business- und Privat-Markt. „Wenn der Konsument einmal den Umgang mit den Geräten gewohnt ist, dann kommt automatisch auch das Verlangen des Managers oder Mitarbeiters so ein Gerät auch im Geschäft einzusetzen um hier effizienter arbeiten zu können“, so Gruber. In der EU ist im Vergleich zum Vorjahr der Smartphone-Markt um 32 Prozent gewachsen.
Eines der Hype-Themen der Zukunft ist der AppStore. Gartner glaubt, dass AppStores eine große Rolle in Organisationen und zwar in Bezug auf B2C- und B2B-Strategien spielen werden. „Die Zukunft wird zeigen, ob es ein Hype bleibt, oder sich auch kommerziell umsetzen lässt“, so Gruber. „Zukünftig wird es darum gehen, sich aus den verfügbaren Applikationen in den AppStores Lösungen selber zusammenzustellen. Kunden machen sich quasi ihren eigenen Business-Prozess. Damit wird der Workflow dann noch flexibler“, beschreibt Gruber.
Vor allem bei der Kundenbetreuung geht es in Richtung CRM 2.0. „Die Anforderungen draußen, die auch beim Kunden, im Vertrieb oder bei Informationen gestellt werden, werden immer komplexer. Man möchte immer mehr über den Kunden wissen, man automatisiert die Prozesse stärker. Wichtig ist es, den Spagat zu schaffen zwischen komplexen Geschäftsanwendungen und trotzdem einfachen und leicht bedienbaren Applikationen“, so Gruber.
Effizienz und Effektivität
„Das Entscheidende aus der Sicht von unternehmerischen Anwendungen ist, dass das mobile Arbeiten nutzen-stiftend sein muss für Unternehmen. Es geht über das Thema Effizienz hinaus, es muss nämlich auch Effektivität bringen: Wenn ich einen Außendienstbereich sowie einen Servicebereich entsprechend steuern kann, damit ich schneller und präziser beim Kunden bin, dann ist das etwas was Kunde nutzen auslöst und effektiv ist“, äußert sich Roland Falb, Berater bei Roland Berger Strategy Consulting, beim Mobile Working Day.
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Mai 2010 / Sabrina Amlacher
Den gesamten Artikel lesen Sie in der Mai-Ausgabe des pfm-Magazins.
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