Die erhöhte Aufmerksamkeit auf Klima und Umwelt hat das Interesse für Elektroautos zweifelsohne ansteigen lassen. Die fahrbaren Untersätze geben keinen Feinstaub, weniger Emissionen an die Luft ab und ermöglichen billigeres 'Tanken' – wenn man den (noch) höheren Ausgangspreis für ein solches Fahrzeug in Kauf nehmen will. Beim österreichischen Klima- und Energiefonds wird die massentaugliche Nutzung von Elektroautos bereits herbeigesehnt. Mit einer Studie wurde versucht, den Argumenten des höheren Stromverbrauchs sowie der Kraftwerks- und Netzbelastung etwas entgegenzusetzen. Man beauftragte PriceWaterhouseCoopers, die Auswirkungen der Teilnahme von Elektrofahrzeugen am österreichischen Verkehr auf die Energiewirtschaft zu beleuchten: Hierbei wurde das Szenario angenommen, dass im Jahr 2020 20 Prozent der Autos elektrisch fahren. Das Interessante dabei: Der Strombedarf in Österreich würde sich laut PWC nur um drei Prozent erhöhen, somit wäre kein Zubau von Kraftwerken nötig. Gleichzeitig könnten die CO2-Emmissionen um 1,8 Millionen Tonnen reduziert werden. Tief in die Tasche greifen müsste der Staat allerdings bei der Errichtung von Ladestationen.
Kosten und Nutzen
'Die Netze wären vorhanden, und die Effekte auf Umwelt und Volkswirtschaft sind überdies auch positiv zu sehen', meint Bernhard Haider, Studienautor und Partner bei PWC. Neben der Vebesserung der Klimabilanz um beinahe zwei Millionen Tonnen CO2 würden auch 16 Prozent weniger Emissionen bei PKWs, einspurigen Kraftfahrzeugen und leichten Nutzfahrzeugen entstehen. Der volkswirtschaftliche Nutzen läge mit einem Fünftel an E-Fahrzeugen im Jahr 2020 bei einem Nettoeffekt von einer Milliarde Euro, und die Ausgaben der öffentlichen Hand blieben der Studie zufolge unberührt. 'Dies bedeutet in jedem Fall eine Chance für die Energiewirtschaft, Kraftwerkskapazitäten zu nutzen sowie eine Chance für Österreich, die Importunabhängigkeit zu forcieren und mehr zu einem autarken Staat zu werden. Zudem könnten die Kraftwerksausbauten reduziert werden', so Haider. Geht man von einem Elektrofahrzeuganteil von 20 Prozent in den Städten aus, müssten in etwa 2400 Ladestationen errichtet werden, was einem budgetären Aufwand von 110 Millionen Euro entspricht. Eine flächendeckende Ausstattung Österreichs mit den elektrischen Ladestationen käme einem Aufwand von 650 Millionen Euro bei einer Installierung von 16.000 Stationen gleich. Eveline Steinberger, Geschäftsführerin des Klima- und Energiefonds, blickt der Einführung von E-Fahrzeugen jedenfalls optimistisch entgegen: 'E-Mobilität schafft keine Hürden, ich bin überzeugt davon, dass dies eine der Lösungen der Energieprobleme im 21. Jahrhundert darstellen wird. Derzeit werden Milliardenbeträge in Forschung und Entwicklung investiert.' Die außerordentliche Energieeffizienz sei laut Steinberger ebenso ein starkes Argument für die Elektrofahrzeuge: Knapp 80 Prozent der Energie wird in Antriebsenergie umgewandelt, bei Diesel und Benzin käme man hier auf lediglich 20 Prozent; der Rest 'verpufft' in die Umwelt.
Intelligente Ladestationen
Die Klima- und Energiefonds will die Verbreitung der E-Autos auch der Energiewirtschaft schmackhaft machen und argumentiert mit zusätzlichem Geschäftspotenzial: Diskutiert wird unter anderem die Einführung intelligenter Ladestationen, sogenannter 'Vehicle-to-grids', die eine Rückeinspeisung des nicht benötigten Stroms in die Netze ermöglicht. 'Die Kapazitäten kommen bei durchschnittlichem Fahrverhalten nicht ganz zum Einsatz, somit könnte der restliche Strom wieder zurückgegeben werden', meint Erwin Smole, Studienautor bei PWC. Ein Geschäftsmodell, das einiges an Denkarbeit verursacht. Stromversorger müssten sich unter anderem Preismodelle überlegen, wie der zurückgegebene Strom vergütet wird. Ein elektronischer Zähler, 'Smart metering' genannt, ist allerdings Voraussetzung. In Kalifornien gibt es bereits solche Zähler für E-Autos.
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April 2009 / Vera Bauer
Den gesamten Artikel lesen Sie in der April-Ausgabe des pfm-Magazins.
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