Eine moderne Kommunikations-Infrastruktur ist in unseren Zeiten genauso unentbehrlich wie die Kommunikation selbst. Mit Hilfe der Telekom Austria TA AG ist es gelungen Forschungsbemühungen für eine leistungsfähigere Architektur des zukünftigen Internet an der Universität Wien zu verankern. Im Rahmen der seit September 2008 bestehenden Stiftungs-Professur "Future Communication" ist Professor Kurt Tutschku an der Entwicklung des "Future Internet" – des Internet der Zukunft – beschäftigt.
In diesem Projekt entwickeln Wissenschaftler gemeinsam mit Telekom Austria und Nokia Siemens Networks (NSN) neue Geräte, Elemente und Betriebsverfahren für das zukünftige Netz. Die Entwicklung des Internet ist geprägt von der steigenden Nutzung sozialer Netzwerke, einer nomadischen Nutzung sowie einer enormen Steigerung des Volumens der zu übertragbaren Daten. Um die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und technologischen Herausforderungen an die Architektur zu bewältigen, müssen entsprechende Geschäftsmodelle und leistungsstarke Kommunikationssysteme entwickelt werden. Dann können bestehende Anwendungen, wie etwa die Internet-Telefonie, verbessert oder neue Applikationen, beispielsweise interaktives Fernsehen, neu konzipiert werden.
Wirtschaftliche Vorteile
„Das zukünftige Internet hat eine außerordentliche Bedeutung sowohl für die Wirtschaft als auch für den Einzelnen“, erklärt Tutschku und sieht die Entwicklung von Geschäftsmodellen entscheidend mit der Forschungsprofessur verknüpft. "Eine Kooperation zwischen Telekom Austria und der Universität ist ein bedeutender Entwicklungsimpuls für das Future Internet", ist auch Armin Sumesgutner, Head of Network Planning bei Telekom Austria, überzeugt.
Die Experten sprechen von einem universellen Netz, in dem sich einzelne Inhalte bei der Datenübertragung nicht im Weg stehen dürfen. Für Unternehmen ist eine starke Infrastruktur im Telekom-Sektor umso bedeutender. Das "Future Internet" wird die Prozesse noch weiter durchdringen und vereinfachen. KMU können etwa ihr Backup auslagern und auf diese Weise hohe Investitionen einsparen. Mittel- bis langfristig ermöglicht die höhere Zuverlässigkeit und Qualität des Netzes, dass mehr kritische Anwendungen wie die Steuerung von Anlagen und Produktionsstraßen, mit zukünftig entwickelten Verfahren betrieben werden.
Die Rolle Österreichs
Initiativen wie die Stiftungsprofessur haben eine große wirtschaftliche Bedeutung für Österreich. Die Arbeitsgruppe ist an zahlreichen Projekten zum zukünftigen Internet beteiligt. Sie baut derzeit den ersten Netzknoten auf, der Österreich mit dem US-Projekt für das Future Internet "GENI" technisch verbindet. Dadurch kann Österreich den Anschluss halten und auch die Forschung beeinflussen.
Österreich kann auch deshalb eine wichtige Rolle spielen, da wir sozusagen das „Land des mobilen Internet“ sind. Hier sind neue mobile Technologien sehr früh verfügbar und werden auch in der Praxis eingesetzt.
Um im Internet der Zukunft eine Rolle spielen zu können ist eine gute Ausbildung für Studenten ein Schlüssel. Diese wird ermöglicht durch die enge Kooperation von Wirtschaft und Forschung, wie sie im Rahmen der Stiftungsprofessur gelebt wird. So wurden in ihrem Rahmen neue Vorlesungen aufgebaut und durchgeführt, sowie ein internationaler Doktoratskurs eingerichtet, der in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Forschungsexzellenznetz EuroNF durchgeführt wurde. Für die Durchführung wurde ein sehr angesehener Forscher gewonnen.
Geändertes Nutzungsverhalten
In jüngerer Zeit sind Dienste entstanden, die den Nutzern vermehrt die Möglichkeit geben, selbst Inhalte zu kreieren. Durch deren Angebot und Nutzung wird ein viel höheres Datenvolumen vom User in das Netz geschickt. "Heutige Anschlussnetze wie ADSL setzen jedoch auf eine asymmetrische Nutzung, das heißt, dass mehr Daten vom Benutzer aus dem Netz geladen werden als er ins Netz sendet", gibt Kurt Tutschku zu bedenken. Für das Internet der Zukunft sind die herkömmlichen Zugangsnetze nur noch sehr eingeschränkt geeignet.
"Das Internet der Zukunft muss nicht unbedingt auf dem heutigen IP-Protokoll aufbauen", erläutert der Inhaber der Stiftungsprofessur. Anwendern soll ermöglicht werden, ihren Provider dynamischer – beispielsweise im Sinne der besten Datenübertragung – auswählen zu können. Außerdem müssen Mechanismen zur verbesserten Konvergenz von Mobil- und Festnetz entwickelt werden. Ein wichtiges Thema wird die Verbesserung der Sicherheit und Zuverlässigkeit sein. Dafür werden zentrale und dezentrale Methoden geprüft.
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Februar 2010 / Eva Zelechowski
Den gesamten Artikel lesen Sie in der Februar-Ausgabe des pfm-Magazins.
( )© Telekom-Presse
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Suchbegriffe: Future Internet – neue Prozesse und Chancen