Das neue Jahr beginnt viel versprechend: Die Fernwärmeleitung Donau wird in Wien in Betrieb genommen, in Niederösterreich wird Österreichs längste Fernwärmeleitung von Dürnrohr nach St. Pölten aktiviert und in Linz wird das Fernwärmenetz erweitert. Künftig sollen 70.000 anstatt bisher 50.000 Haushalte mit Fernwärme versorgt werden. Diesen Investitionsboom im Rahmen von mehreren 100 Millionen Euro verdankt man dem neuen Fernwärme- und Fernkälteausbaugesetz, das Anfang 2009 in Kraft treten soll.
„Die neuen Projekte, die voraussichtlich von den Unternehmen eingereicht werden, wären ohne die neue Förderung nicht so schnell realisiert worden bzw. wegen Vorfinanzierungshürden oder schwer kalkulierbarer Investitionsrisiken der Großprojekte nicht zustande gekommen. Das Fernwärmeausbaugesetz ermöglicht daher Investitionen im Ausmaß von mehreren hundert Millionen Euro, was der Volkswirtschaft in einer schwierigen Phase zugute kommt“, erklärt Roland Pumberger, Bereichssprecher Wärme des Fachverbands Gas Wärme. Mit diesen neuen Maßnahmen ist nicht nur ein verstärkter Ausbau von Fernwärme und Fernkälte möglich, auch die CO2-Emissionen können damit um bis zu drei Millionen Tonnen reduziert werden. „Mit dem neuen Gesetz investiert Öst erreich in Umweltschutz, technologische Innovationen und bessere Luftqualität. Das ist ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz und wohl die wichtigste energiepolitische Weichenstellung seit Beginn der Liberalisierung am Energiemarkt“, meint Pumberger. Fernwärme trägt wesentlich zum Klimaschutz bei: Die ohnehin vorhandene Wärme aus Kraftwerken, Abfallverbrennungen oder der Industrie wird für Heizzwecke verwendet, anstelle wertvoller Primärenergie die in Einzelheizungen eingesetzt werden muss. Im Sommer lässt sich die Wärme in Kälte umwandeln, die über neue Fernkältenetze verteilt wird.
Umweltfreundlich und kostengünstig
Gefördert werden Fernwärme und -kälte weil sie neben der hohen Energieeffizienz auch zu den kostengünstigsten Maßnahmen gehören, um die CO2-Emissionen in Österreich rasch zu senken. Laut Arbeiterkammer (AK) kostet es 20 bis 40 Euro mit dem Ausbau der Fernwärme eine Tonne des klimaschädlichen Kohlendioxids einzusparen. Im Gegensatz dazu kostet laut AK die Einsparung einer Tonne Kohlendioxid mit Agro-Diesel 210 Euro und mit in Österreich produziertem Ethanol sogar 860 Euro. Auch im direkten Vergleich mit anderen alternativen Energieträgern schneidet Fernwärme gut ab: Laut E-Control betragen die CO2-Reduktionskosten bei Windkraft 53 Euro pro Tonne CO2, bei fester Biomasse sind es 164 Euro und bei Photovoltaikanlagen sogar 1.780 Euro.
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Februar 2009 / Isabell Kunst
Den gesamten Artikel lesen Sie in der Februar-Ausgabe des pfm-Magazins.
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