Das Energybase, ein Bürohaus im 21. Bezirk, gilt als internationales Musterprojekt für energieeffiziente Bürogebäude. Eines der wesentlichen Projektmerkmale ist, dass die gesamte Architektur auf die optimale Nutzung von erneuerbaren Energien ausgerichtet wurde. So wurde die Fassade durch eine spezielle "Faltung" so errichtet, dass sowohl maximale Tageslichtausbeute, gute passive solare Gewinne und sommerliche Verschattung ermöglicht werden. Heizen und Kühlen erfolgen zu 100 Prozent aus erneuerbarer Energie (Erdwärme, Sonnenenergie). Als weitere regenerative Energiequelle dient das Grundwasser, welches mittels Grundwasserbrunnen zur Heizung mit Wärmepumpen und zur Kühlung mit Free-Cooling über Bauteilaktivierung genutzt wird. Der verbleibende Energiebedarf für den Betrieb des Gebäudes wird mit Strom aus Wasserkraft gedeckt.
Ersparnis für alle
Immer mehr Bürogebäude rüsten um: weg vom Öl, hin zu alternativen Kraftstoffen. Dabei steht natürlich nicht nur die Umweltfreundlichkeit im Vordergrund. Auch Kosten können gespart werden: "Mit dem Konzept von Energybase ist eine Energieeinsparung von 80 Prozent, also 72.000 Euro jährlich, im Vergleich zu herkömmlichen Büroimmobilien möglich", erzählt Michael Unger, Pressesprecher beim Wiener Wirtschaftsförderungsfonds. "Von den Einsparungen auf Seite der Energiekosten profitieren die Mieter durch geringere Betriebskosten. Durch wissenschaftliches Monitoring nach Inbetriebnahme wollen wir außerdem weitere Einsparungs- und Optimierungspotenziale für zukünftige Projekte gewinnen."
Vorreiter Immobilien
Der Gebäudebereich hat aber auch aus einem anderen Blickwinkel eine besondere Bedeutung für Volkswirtschaft und den Klimaschutz. "Immerhin werden in diesem Sektor rund 35 Prozent der österreichischen Endenergie verbraucht," erläutert Fritz Unterpertinger, der Geschäftsführer der Österreichischen Energieagentur. Damit belaste der Gebäudesektor die Österreichische Energiebilanz gewaltig. "Mit der Verbesserung der Energieeffizienz im Gebäudebereich kann ein signifikanter Beitrag zur Sicherung der österreichischen Energieversorgung geleistet werden", ergänzt Unterpertinger. Durch thermische Sanierung könne man durchschnittlich rund ein Drittel der Heizenergie einsparen und bei ambitionierten Maßnahmen gäbe es sogar Einsparungen von bis zu 60 Prozent. Das bedeutet im Extremfall, dass sich mit der Heizenergiemenge, die für eine nicht sanierte Wohnung benötigt wird, zwei, in manchen Fällen sogar drei modernisierte Wohnungen beheizen lassen. Versorgungssicherheit ist dementsprechend auch eines der zentralen Motive der Europäischen Kommission für die Gebäude-Richtlinie (siehe Kasten) gewesen, die 2003 in Kraft getreten ist und bereits in allen Mitgliedstaaten umzusetzen ist. "Die Richtlinie hat deutliche Auswirkungen auf den Immobilienmarkt, denn die verpflichtende Einführung des Energieausweises steigert durch die Transparenz der zu erwartenden Energiekosten den Marktwert energieeffizienter Immobilien deutlich", so Unterpertinger abschließend.
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März 2009 / Isabell Kunst
Den gesamten Artikel lesen Sie in der März-Ausgabe des pfm-Magazins.
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