In Österreich leiden über eine halbe Million Menschen an Diabetes und ein Viertel der Bevölkerung hat Bluthochdruck wovon 200.000 jährlich im Spital landen, so der prominente Mediziner Siegfried Meryn, Vorstand des Instituts für Medizinische Aus- und Weiterbildung. Aber die Leute gehen nicht zum Arzt um Blutdruck und Blutzucker messen zu lassen, so Meryn weiter und laufen damit Gefahr, bei einer Überschreitung der Grenzwerte irreversible Schäden davonzutragen.
Über 1,5 Millionen Tage verbringen Menschen mit Bluthochdruck alljährlich im Spital. Das bedeutet: Im Vergleich zu „bösartigen Krebs-Erkrankungen“ verursachen Erkrankungen, die mit dem Blutdruck zusammenhängen, zwei Drittel so viele Spitalsbelagstage. Bei guter Blutdruckeinstellung ließe sich – bei konservativer Einschätzung – mindestens ein Drittel der Spitalsaufnahmen und Belagstage (also etwa eine halbe Million) vermeiden, sagt die Österreichische Hochdruckliga.
Sinnvolle elektronische Lösungen können diesen Patientinnen und Patienten helfen ein freies, unabhängiges, unbeschwertes Leben zu führen. Genau an diesem Punkt hakt nun die von Alcatel Lucent entwickelte und von Orange in Kooperation mit dem Arbeiter-Samariter-Bund Österreich (ASBÖ) eingeführte Lösung healthe ein. „Zum ersten Mal richtet sich eine E-Health-Lösung direkt an den Patienten. Das Service ist unkompliziert und für jede Altersgruppe via Handy einfach zu bedienen“, erklärt Orange CEO Michael Krammer.
Was kann healthe?
Über das Handy können Menschen mit Diabetes oder Bluthochdruck ihre Blutzucker- oder Blutdruckwerte automatisch an die healthe-Plattform übermitteln. Auf diese Daten haben nur die vom jeweiligen Anwender autorisierten Personen Zugriff. Der Patient erspart sich damit die manuelle Dokumentation der Werte und Arztbesuche zum Austausch der Daten. Der behandelnde Arzt erhält jederzeit auf Knopfdruck eine lückenlose Dokumentation und übersichtlich aufbereitete Information über die Entwicklung der Vitalwerte des Patienten. Auch der Patient selbst, seine medizinischen Betreuer, Krankenpfleger oder Familienmitglieder haben, wenn gewünscht, die Kontrolle über seinen Gesundheitszustand.
healthe ist zudem mit einer Erinnerungs- und Benachrichtigungsfunktion ausgestattet, die je nach Einstellung automatisch den gemessenen Wert via SMS oder E-Mail verschickt bzw. informiert und erinnert, wenn der Anwender nicht die vereinbarten Messungen vornimmt oder die Messwerte außerhalb individuell einstellbarer Grenzen sind. Eine sichere und verlässliche Anwendung, die besonders Eltern zuckerkranker Kinder Nerven, Mühe, Zeit und Geld spart. Durch die Benachrichtigungsfunktion sind sie laufend über den Gesundheitszustand ihres Kindes informiert.
Besonders wichtig ist natürlich die Betreuung vor allem betagter Anwender mit einer Hotline sowie die Schulung. „Heute gehören Unabhängigkeit und Mobilität zur Lebensqualität, gerade für chronisch kranke Menschen. Dank healthe hat der Patient immer und überall Zugriff auf seine Werte und kann sich mit Ärzten und Pflegenden austauschen. So wird der Patient zum aktiven Spieler im eigenen Gesundheitsteam“, betont Franz Schnabl, Präsident des ASBÖ. Pflegefachleute des Samariterbundes haben healthe während der Testphase eingehend geprüft. Im Echtbetrieb betreibt der ASBÖ die healthe -Hotline und wird Klienten wie Pflegepersonen beraten und schulen.
Innovative e-Health-Strategien von Alcatel-Lucent
„Mobile Kommunikationslösungen bieten enormes Potenzial für Verbesserungen im Gesundheitswesen.“, so Harald Himmer, Generaldirektor von Alcatel-Lucent in Österreich. „Mit healthe ist es uns gelungen, eine Anwendung zu entwickeln, die sowohl benutzerfreundlich als auch wirtschaftlich ist. Jeder Patient erhält bei einfachster Handhabung die volle Kontrolle über seine Vitalwerte und kann auch an abgelegenen Standorten auf unkomplizierte Weise und in Echtzeit mit seinem behandelnden Ärzten verbunden werden.“
Alcatel-Lucent arbeitet weltweit an der Entwicklung innovativer Anwendungen im Bereich von E-Health und verbessert durch die Verbindung von Netzwerken, Menschen und Wissen die Qualität der Pflege. „Alcatel-Lucent ist es ein Anliegen, den Mensch in den Mittelpunkt zu stellen. Mit unserer Lösung wird mehr Zeit für die Patientenbetreuung geschaffen und gleichzeitig die betriebliche Leistungsfähigkeit der Gesundheitsdienstleister von heute gesteigert. Eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten“, erklärt Himmer.
healthe ist eine Weiterentwicklung der „Alcatel-Lucent TeleHealthManager“ Applikation, welche auch bereits in Kanada im kommerziellen Einsatz ist. Diese war allerdings in erster Linie für den Arzt konzipiert und als Anwendung für telemedizinische Zentren ausgelegt. Alcatel Lucent Österreich hat die Lösung nun zu einer patientenzentrierten umgearbeitet und voll für den Mobilfunk adaptiert. In einer einjährigen Testphase mit 42 Patienten wurde das System auf Herz und Nieren getestet und für die Bedürfnisse der Patienten und der Betreuer optimiert. „Wir erwarten uns auch, dass unsere Weiterentwicklung international zum Einsatz kommt“, so Himmer.
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Juli 2010 / Peter F. Mayer
Den gesamten Artikel lesen Sie in der Juli/August-Ausgabe des pfm-Magazins.
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