Den Sternen so nah

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Es ist rund 400 Jahre her, dass mit Galileo Galilei erstmals ein Mensch ein Teleskop in den Himmel richtete. Die UNO hat deshalb 2009 zum Internationalen Jahr der Astronomie erklärt. In Österreich wird außerdem der Beitritt zur ESO gefeiert.

Oh, du vielwissendes Rohr, kostbarer als jedes Szepter! Wer dich in seiner Rechten hält, ist er nicht zum König, nicht zum Herrn über die Werke! Mit diesem Ausruf  ehrte Johannes Keppler  1611 die damals revolutionäre Erfindung des  Fernrohrs. Die euphorische Aussage findet sich in der Widmung zu seinem berühmten Werk „Dioptrice“,  in dem er die theoretische Begründung für das astronomische Fernrohr und andere optische Instrumente darlegte. Sein Werk schrieb Keppler binnen weniger Wochen nachdem er erfahren hatte, dass Galileo Galilei als erster ein Fernrohr in den Himmel gerichtet hatte.

Wunderjahr
Mit Galileis bahnbrechendem Instrument wurde 1609 die Geschichte der modernen Astronomie begründet. Bereits im Jahr davor, 1608, hatte der niederländische Brillenmacher Johannes Lipperhey das sogenannte  holländische Teleskop erfunden, das von Galilei dann weiterentwickelt und zur Himmelsbeobachtung eingesetzt wurde. Zeitgleich mit Galileis ersten Experimenten mit dem Fernrohr erschien 1609 auch Kepplers bahnbrechendes Werk „Astronomia Nova“,  in dem er die Grundlagen zum Verständnis der physikalischen Gesetzmäßigkeiten, welchen die Himmelskörper gehorchen, darlegte. Wie kürzlich bekannt wurde, machte im gleichen Jahr auch der englischen Mathematiker Thomas Harriot die ersten Skizzen der Mondoberfläche anhand von Fernglasbeobachtungen. Um dieses „Wunderjahr der Astronomiegeschichte“ gebührend zu würdigen, ist das Jahr 2009 zum Internationalen Jahr der Astronomie erklärt worden.

Mit dem freien Auge
Neben zahlreichen interessanten Veranstaltungen die  2009 österreichweit  in Planetarien, Volkssternwarten, Astronomievereinen und Forschungseinrichtungen stattfinden, haben sich die Organisatoren auch interessante (Forschungs-)Projekte einfallen lassen. Eines davon steht unter dem Motto „Wie viele Sterne sehen wir noch“. Dieses weltweite Experiment soll die Frage beantworten, was von unserem, mittlerweile hell erleuchtetem Planeten aus, mit freiem Auge am Himmel noch beobachtet werden kann. Voraussetzung für den Erfolg dieses Experiments sind aber möglichst viele Beobachtungen an vielen Orten der Erde - jeder Astronomie-Interessierte ist also zum Mitmachen aufgerufen!

ESO-Beitritt
Seit der Erfindung des ersten Teleskops sind mittlerweile mehr als 400 Jahre vergangen. Den Astronomen von heute stehen moderne Sternwarten zur Verfügung, die Forschung und Beobachtung auf höchstem Niveau erlauben.  Das derzeit größte und modernste astronomische Observatorium gehört der Europäischen Organisation für astronomische Forschung in der südlichen Hemisphäre, kurz ESO genannt.  Auf La Silla, dem Cerro Paranal, und dem Llano de Chajnantor in Chile beobachten die 14 Mitgliederstaaten der ESO mit hochmodernen Teleskopen den Himmel über der südlichen Erdhalbkugel. Seit 2008 ist auch Österreich ein Mitglied der weltweit führenden Forschungsorganisation. Wissenschaftsminister Johannes Hahn sieht im Beitritt Österreichs zur ESO die „relevanteste forschungspolitische Entscheidung seit 20 Jahren“. Österreichische Forscher und die einheimische Wirtschaft sollen dadurch nun vom Zugang zur modernsten wissenschaftlich-technischen Infrastruktur profitieren.[...]

 

Februar  2009 / Olivera Stajic

Den gesamten Artikel lesen Sie in der Februar-Ausgabe des pfm-Magazins.

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