Datenbanken managen

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Credit: SXC
 

Die ungeheuer rasch ansteigende Datenmenge in weltweiten Computersystemen verlangt nach effizienten Verwaltungsmethoden. Datenbank-Managementsysteme sind für Unternehmen und die öffentliche Verwaltung unabdingbar geworden.

Dicke Datenbanken sind ein Problem für jedes Unternehmen und jede Institution. Angesichts der Tatsache, dass die umfassende Computerisierung der Lebenswelt zu einem enormen Anstieg von Datenbanken geführt hat und noch dazu gesetzliche Regelungen verschiedenster Art, ob aus herkömmlich juristischen oder finanzrechtlichen Gründen viele Einrichtungen dazu zwingen, Daten lange Jahre verfügbar zu halten, sind die Datenmengen ohne Datenbank-Managementsysteme, die den Überblick bewahren, nicht mehr zu bewältigen.

Der Branchen-Marktforscher IDC schätzt, dass sich das derzeitige Datenvolumen weltweit auf rund 500 Milliarden Gigabyte beläuft, eine unvorstellbare Menge an Information, die allenthalben irgendwo gespeichert werden muss, wenn auch in der großen Menge nur kurzfristig. Und trotz der globalen Wirtschaftskrise rechnet IDC mit einem weiteren Anstieg des digitalen Datenvolumens, das sich alle Jahre verdoppeln soll.Dazu wird vor allem der mobile Datenverkehr beitragen, der sich mit der Zahl der Nutzer bis 2012 verdreifachen soll, meint IDC. Hinzu kommen noch diverse andere drahtlose Geräte wie Navigationssysteme, RFID-Lesegeräte und Messsysteme im gewerblichen und industriellen Einsatz.Im Internet wird die Menge der Daten ebenfalls um ein Vielfaches zunehmen, hervorgerufen unter anderem durch die steigende Popularität von sozialen Netzwerken, E-Mail und Online-Shopping. Des weiteren ist mit einer steten Zunahme des Datenverkehrs in und zwischen Unternehmen sowie mit steigender Nutzung von E-Government, E-Health und dergleichen zu rechnen.

Der zunehmende Anteil an geschäftskritischen Daten erhöht die Ansprüche an Datenbank-Managementsysteme, meint Joe Tucci, CEO des Speicheranbieters EMC. Er sieht „hochkomplexe Herausforderungen“ an die Hard- und Softwarehersteller zukommen, die nach „neuen, kreativen Lösungen“ im Bereich Datenbank-Management und -sicherheit verlangen. Im Finanzbereich kommt heute keine Bank und Versicherung mehr ohne hochkritische Datenbank-Managementsysteme aus. Für die großen Systeme sind vor allem Oracle und IBM DB2 im Einsatz. Bei Unternehmen im mittelständischen Bereich und bei großen Konzernen ist das Datenbank-Management in der Regel im unternehmenseigenen ERP-System integriert, in vielen Fällen eine SAP-Anwendung. Bei Unternehmen mit vielen Niederlassungen oder umfassenden Ventures werden die Daten meistens in eigenen Data Warehouses zentral abgelegt.

Wie funktionieren Datenbank-Managementsysteme?
Das Grundprinzip einer Datenbank ist, dass sie in den wenigsten Fällen direkt verwendet werden kann oder auslesbar ist, weil auf diese Weise keine verwertbaren Informationen erlangt werden können. Die Datenbestände sind nach Hierarchiepfaden, objekt- oder netzwerkartig angelegt, und erst dieses Muster gibt an, in welcher Form und an welchem Ort die Daten abrufbar sind. Die Werkzeuge dafür stellt ein Datenbank-Management zu Verfügung. Es verwaltet die Daten und verfügt über Benutzerschnittstellen, über die auf den Datenbestand zugegriffen werden kann. Darüber liegt ein kompliziertes System an Regeln, wer und wann auf die Daten zugreifen darf, ein Log-System und ein Backup-Verfahren zum Schutz und zur Erhaltung der Daten. Die Benutzerschnittstellen bestehen entweder aus verschiedenen Masken (SQL-Enterprise-Manager) oder bieten dem Nutzer eine Möglichkeit, direkt Befehle entgegenzunehmen. Von den meisten (relationalen) Datenbank-Managementsystemen wird Structured Query Language (SQL) mit eventuellen eigenen Erweiterungen unterstützt.

Relationale Datenbanken sind ein etablierter Standard für Datenbanken, den man sich als Sammlung von Tabellen (wie etwa Excel) vorstellen kann, deren Inhalte sich miteinander verknüpfen lassen. Im Gegensatz dazu stehen objektorientierte Datenbanken, bei denen Objekte mit bestimmten Attributen versehen werden. Dies bildet das Datenbank-Objekt. Dieses hat den Vorteil, dass weitaus komplexere Datenkompilationen gespeichert und zugeordnet werden können als in einer relationalen Datenbank. Dazu muss allerdings das Objektdatenbank-Managementsystem weitaus mehr leisten, und auch die Anforderungen an die Speicherkapazität sind groß. Gleichzeitig wird aber das manchmal zeitaufwändige Zusammensuchen einzelner Daten verkürzt oder gleich vermieden. Als weiteres System kommen auch objektrelationale Datenbanken zum Einsatz. Sie bilden eine komplexe Mischform von relationalen und objektorientierten Datenbanken, bei denen Mengen von Objekten miteinander oder zu anderen in Beziehung Daten gebracht werden.

Die Anbieter
Der große Kampf der Anbieter von Datenbank-Managementsystemen und Hardware-Anbieter spielt sicher derzeit zwischen den beiden Giganten Oracle und IBM ab. Dazu beigetragen hat die kürzlich abgesegnete Übernahme von Sun Microsystems durch Oracle, wodurch sich Oracle auch das Hardwaregeschäft des früheren Konkurrenten gesichert hat. Oracle-Chef Larry Ellison hat sogleich ausgeschlossen, das Hardwaregeschäft abstoßen zu wollen. „Wir verkaufen keinen Teil davon“, erklärte er. Stattdessen will er IBM direkt angreifen und hat sogar einen Preis in der Höhe von zehn Millionen Dollar festgesetzt, wenn Datenbank-Anwendungen auf Oracle-Sun nicht „deutlich schneller“ laufen als auf IBM-Servern.

Daneben gibt es eine große Anzahl an Anbietern, die sich an spezielle Zielgruppen richten, seien es öffentliche Institutionen, kleine und mittelständische Unternehmen oder Nutzer mit Spezialanforderungen. Diese Software kann sowohl rein kommerziell als auch als Open Source-Modell entwickelt worden sein. Populäre Anbieter sind unter anderem die Software AG mit ihrem Adabas-Data Management-System, Sybase, Teradata, Ingres (Open Source), Lotus Notes, TM1 von Cognos, InterBase, Microsoft Access und Microsoft SQL Server, SAP DB und UDS von
Fujitsu.

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März 2010 / Arno Maierbrugger

Den gesamten Artikel lesen Sie in der März-Ausgabe des pfm-Magazins.

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