Das amerikanische Verteidigungsministerium bedient sich in Zukunft einer aktiven RFID-Lösung des Vorarlberger Unternehmens Identec. In den nächsten drei Jahren wird die Behörde Transponder und Reader aus der Produktlinie von Identec im alltäglichen Einsatz verwenden. Mittels aktiver RFID-Komponenten sollen Fahrzeuge, Frachtgut und Container ausgestattet werden. Der Auftrag kann sich sehen lassen: Der auf drei Jahre abgeschlossene Vertrag hat ein Auftragsvolumen von 428,6 Millionen US-Dollar (285,9 Millionen Euro).
Unternehmensgeschichte
Gegründet wurde das Unternehmen mit Hauptsitz im Vorarlberg´schen Lustenau anno 1999 und besitzt mittlerweile vier Standorte, darunter zwei in den USA. „Im Bereich der Logistik ist Identec weltweit einer der Markführer“, erzählt uns Gerhard Schedler, CEO Identec. Der Auftrag vom Pentagon sei ein Entwicklungsprozess über mehrere Jahre gewesen, meint Schedler. „In einem Auswahlprozess kamen verschiedene Testläufe zum Tragen, wo wir die Performance der Datenträger auf die Probe gestellt haben“, erzählt Schedler dem pfm-Magazin. Diese Testreihen waren teilweise sehr aufwändig und umfassten vielerlei Komponenten. „Man hat zum Beispiel 200 Tags auf eine Wand platziert und die darauf gespeicherten Daten mussten innerhalb einer bestimmten Zeit abgelesen werden. Bei mechanischen Tests hat man überprüft, ob die Komponenten die Hitze aushalten.“ Die RFID-Lösung wurde auch in Flugzeugen getestet um herauszufinden, ob Störfaktoren jeglicher Art die Funktionstüchtigkeit der Komponenten beeinträchtigen können.
„Rail-Reader“
Laut Schedler hat sich auch die Österreichische Bundesbahn mit einer Lösung von Identec versorgt. Das System nennt sich „Rail-Reader“ und dient dazu, mittels örtlicher Messstellen den technischen Zustand der Züge während der Fahrt zu ermitteln. Diese „elektronischen Nummerntafeln“ machen Mess- und Wartungsaufgaben effizienter. Selbst bei einer Geschwindigkeit von 200 Kilometern pro Stunde können die Schienenfahrzeuge vollautomatisch identifiziert werden. Werden Auffälligkeiten bemerkt, kann rascher gehandelt werden. Vor knapp zwei Jahren hat auch das österreichische Bundesheer derartige Komponenten getestet. „Aber über Konzepte und Überlegungen ist es nicht hinausgegangen“, so ein Statement des Bundesheeres. „Die Tatsache, dass wir den Auftrag gewonnen haben, kann auch die Basis für weitere Projekte im NATO-Bereich sein“, gibt sich Schedler überzeugt. So habe das Unternehmen in punkto Eigenwerbung zwar noch nicht viel unternommen, man gehe aber davon aus, dass demnächst mehr Anfragen auf die Firma zukommen werden.
Die Einsatzmöglichkeiten für die Technologie sind bekanntermaßen vielfältig. Neu an der Lösung von Identec ist jedoch, dass sämtliche Komponenten von unterschiedlichen Anbietern kompatibel sind und miteinander verwendet werden können (siehe Kasten). Einsparungs- sowie Verbesserungspotenzial sind im Bereich der Qualität und Sicherheit zu sehen. Die Palette reicht vom schnellen Auffinden des eigenen Autos auf einem Gelände bis hin zur Verhinderung von Leerfahrten. „Man kann zum Beispiel genau ausfindig machen, was in welchem Container drinnen ist und erspart sich so eine Menge Zeit. RFID wird auch als Green Technology bezeichnet, da sie helfen kann, Zeit und Arbeit einzusparen“, meint Schedler.
Für Football und Kühe
Am Beispiel von Personensicherheit ist zu berichten, dass Identec Lösungen geliefert hat, welche man American Football-Spieler in die Helme eingebaut hat. Mittels dieser wurde die Temperatur gemessen und die Spieler auf diese Weise vor einem Hitzeschlag gewarnt. „In Amerika wurden auch Kühe mit Tags im Ohr versehen: Somit ist für die Farmer leicht nachvollziehbar, welche Tiere ihm gehören.“ Dass auch in Krankenhäusern mit sowas gearbeitet werden kann, ist hinlänglich bekannt.
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Dezember 2009 / Vera Bauer
Den gesamten Artikel lesen Sie in der Dezember-Ausgabe des pfm-Magazins.
( )© Telekom-Presse
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Fotos: Foto: Identec
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