(Wien, 20.09.2010) Wozu brauch i des? fragte Michael Niaravani sich und das Publikum in seinem sommerlichen ORF-Kabarett-Programm, das Ende August zu sehen war. Eine Innovation jagt die andere, jedes Gerät kann mehr als das vorige. Die Mobilfunkanbieter freuen sich und überschlagen sich mit Angeboten beim Smartphone-Markt, der sich – glaubt man den Prognosen – rasant entwickelt: „Bei den Smartphones passiert eine Explosion. Binnen einem Jahr wird jeder eines haben“, prognostizierte Telekom Austria-Chef Hannes Ametsreiter bei der Bilanzpressekonferenz Mitte August. Das freut auch T-Mobile-Österreich-Chef Robert Chvatal, der bis Anfang Mai 150.000 iPhones in Österreich verkauft hat und damit Apples Vorgaben erfüllen konnte: „Mit den Smartphones generieren wir mehr Umsatz, vor allem einen besseren ARPU (Average Revenue Per User) als mit einfacheren Handys.“ Denn das Geschäft der Zukunft im Mobilfunk, der mit sinkenden Umsätzen zu kämpfen hat, liegt eindeutig im Datenbereich. Und da kommen den Mobilfunkanbietern die Smartphones, allen voran das iPhone (im Angebot bei T-Mobile und Orange) und der neue Trend zu Tablet-PCs gerade recht. Apples perfekte Marketing-Maschinerie hat mit dem iPhone bereits das Terrain gut aufbereitet. Der Neustart im Sommer mit dem Tablet-PC iPad und dem iPhone4 mischt jetzt den Markt neu auf. Wobei schon die Frage zu stellen ist: Wozu dient ein Tablet-PC oder mit anderen Worten: Welche Zielgruppe soll angesprochen werden?
Kernpunkt: das Display
Der Tablet-PC (englisch: tablet = Schreibtafel, US-engl. tablet = Notizblock) ist ein tragbarer Mini-Computer. Die Bedienung erfolgt direkt mit den Fingern auf einem berührungsempfindlichen Bildschirm (Touchscreen). Tablet ist aber nicht gleich Tablet. Apples neues iPad besticht durch ein wirklich tolles, ganz leicht zu bedienendes Display im A5-Format (9,7 Zoll), während das im August von A1Telekom präsentierte Huawei SmaKit S7 bei annähernd gleichem Gewicht nur ein zwei Drittel so großes Display besitzt (sieben Zoll). Als Kunden erhoffen sich die Mobilfunkanbieter v.a. Außendienstmitarbeiter (für Kundenpräsentationen, mobile Datenerfassung etc.). Einsatzmöglichkeiten bieten sich etwa auch bei Konferenzen und Seminaren, in Krankenhäusern bei Visiten, an Universitäten und Schulen, aber auch im Privatbereich (kleiner und leichter zum Mitnehmen, zum mobilen Surfen, E-Mailen, Musik hören, Fotos präsentieren, als Notizblock, Kalender und für persönliche Kontakte). Allerdings muss damit ein weiteres Gerät angeschafft werden. Viele iPhone-Besitzer nutzen zudem bereits alle diese Funktionalitäten. Einzig das große Display der Tablets ist natürlich ein Riesenvorteil.
Preise und Angebote
Für das iPad muss man hierzulande je nach Modell zwischen 499 und 799 Euro auf den Tisch blättern. Die Verbindung ins Internet stellt das Gerät entweder via WLAN oder über das Handynetz UMTS her. Für die teureren 3G-Versionen benötigt man eine Micro-SIM-Karte. Alle Anbieter setzen prinzipiell – dem Vernehmen nach auf Wunsch von Apple – auf Prepaid-Lösungen beziehungsweise Datentarife ohne Vertragsbindung.
Bei T-Mobile erhalten iPad-Käufer kostenlos ein Micro-SIM-Startpaket, das 100 MB Guthaben inkludiert. Die Micro-SIM ist auf den Klax-Standardtarif (0,02 Euro pro MB) voreingestellt, also eine Prepaid-Lösung. Wollen die Käufer mehr, können sie sich online auf zwei Surf-Tarife (Surf Small: drei GB Datenvolumen um zehn Euro/Monat, Surf Large: 15 GB um 15 Euro/Monat).ummelden. Diese können dann immer zum 15. eines Monats gekündigt werden. Achtung: Wer das Datenvolumen überschreitet, zahlt pro weiterem MB 25 Cent. Der zweite heimische iPhone-Vertriebspartner Orange setzt datenmäßig auf „schmälere“ iPad-Tarife: Ein GB kostet fünf Euro, drei GB sind für zehn Euro erhältlich. Nach Verbrauch des inkludierten Datenvolumens oder nach Ablauf von 30 Tagen verlängert sich das Paket automatisch um weitere 30 Tage. Die Abrechnung erfolgt per Kreditkarte. Zusätzlich werden – allerdings teure – iPad-Roamingtarife für‘s Ausland angeboten (20 MB für 19 Euro, 100 MB für 49 Euro).
Ähnlich sieht das Angebot von 3 aus: Auch hier gibt es das 100 MB-Startpaket mit Micro-SIM-Karte, zwei GB sind um sechs Euro, 15 GB um 15 Euro zu haben. Die Pakete sind 30 Tage gültig und werden nicht automatisch verlängert. Nach Verbrauch oder Ablauf kann auf ein anderes Paket gewechselt werden. Ein Umstieg ist auch auf die bereits bestehenden 3Data-Tarife möglich. Pluspunkt: Für das iPad gilt das 3LikeHome-Roaming. In allen 3-Netzen wie etwa in Italien und Großbritannien fallen dabei keine Extrakosten an. Einzig der größte heimische Anbieter, A1 Telekom, hat Ende Juli nicht iPad-, sondern allgemein Tablet-Tarife präsentiert: Das Micro-SIM-Startpaket umfasst ein GB, nach Verbrauch muss sich der User online für einen von drei Tarifen entscheiden. Zur Auswahl stehen ein GB um zehn Euro (teuer!), fünf GB um zwölf Euro sowie 19 GB um 19 Euro. Der Wechsel von einem Tablet-Tarif in einen anderen ist kostenlos.
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September 2010 / Christine Wahlmüller-Schiller
Den gesamten Artikel lesen Sie in der September-Ausgabe des pfm-Magazins.
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